Ikebana: Was ist das?

Die traditionelle Blumenkunst aus Japan und ihr Einfluss auf unser Interieur

Ikebana Vase von Fritz Hansen

Ikebana kommt aus dem Japanischen und bedeutet wörtlich übersetzt „lebende Blume“. Es bezeichnet die traditionelle Kunst des Blumenarrangierens. Dabei unterscheidet sich Ikebana enorm von der üppigen Floristik in westlichen Ländern. Ikebana-Meister verwenden nur wenige, ausgewählte Pflanzen – die Harmonie des linearen Aufbaus steht im Mittelpunkt. Entdecken Sie die einzigartige japanische Tradition und finden Sie heraus, warum Sie seit hunderten Jahren Menschen begeistert.

Die japanische Kunst Ikebana – das sollten Sie wissen:

  1. Geschichte des Ikebana
  2. Ikebana lernen – die Grundsätze der Kunst verstehen
  3. Ikebana-Zubehör – das benötigen Sie für Ihr Arrangement
  4. So integrieren Sie die Philosophie des Ikebana in Ihr Zuhause

Geschichte des Ikebana

Zur Nara-Zeit fanden der Buddhismus und mit ihm seine Blumenopfer großen Gefallen in Japan. Das japanische Kaiserhaus nahm im 6. Jahrhundert die Religion begeistert an und sorgte maßgeblich für seine Popularität. Die rituellen Blumenopfer buddhistischer Priester bilden den Ursprung für die traditionelle Kunst des Blumenarrangierens. Männlichen Adligen, Priestern und den Samurai vorbehalten, verbreitete erst im 16. Jahrhundert die Einbindung in Teezeremonien das Ikebana beim Volk.

Im Laufe der Zeit wurde die Kunst des Blumenarrangierens in unterschiedlichen Schulen gelehrt und weiterentwickelt. Während manche Schulen sich auf das klassische Ikebana konzentrieren, gibt es auch liberalere Schulen, die neue Materialien wie Plastik oder Metall zulassen.

Ikebana lernen – die Grundsätze der Kunst verstehen

Eine feste Ikebana-Anleitung gibt es nicht. Das Arrangement bringt die Natur in unsere Häuser und trägt dabei große Symbolik. Seine Anordnung stellt die kosmische Ordnung dar, gibt Aufschluss über das Verhältnis des Gestalters zur Natur sowie seinen Gefühlen. Wer ein Ikebana zusammenstellt, kreiert einen eigenen, kleinen Kosmos und schenkt dem Betrachter tiefgründige Einblicke in seine Gedanken.

Die meisten Blumengestecke richten sich nach den drei Gestaltungsebenen: dem Himmel (Shin), der Menschheit (Soe) und der Erde (Hikae). Hierbei ist Shin der höchste Zweig des Arrangements, Soe der mittlere und Hikae der kürzeste. Symmetrie steht beim Ikebana nicht im Mittelpunkt, die feine Balance eines asymmetrischen Arrangements bildet ein wichtiges Stilmittel. Proportionsverhältnisse wie der goldene Schnitt bieten Ihnen eine Gestaltungshilfe.

Beim klassischen Ikebana muss der Gestalter ebenfalls die jeweilige Jahreszeit durch die Auswahl von passenden Materialien verdeutlichen. Während in westlichen Blumenarrangements geschlossene Knospen, Blätter, Stängel oder welkende Blüten nicht gerne gesehen sind, bilden sie einen festen Bestandteil der Ikebana-Kunst. Versuchen Sie, die Vergänglichkeit des Momentes in ihrem Blumenarrangement widerzuspiegeln.

Ikebana-Zubehör – das benötigen Sie für Ihr Arrangement

Um ein traditionelles Ikebana zu fertigen, benötigen wir eine Vase oder Schale und die Pflanzen unserer Wahl.

Seit der ersten Ikebana-Ausstellung durch Ohara Unshin im Jahr 1897 ist der Kenzan, auch Blumensteckigel genannt, ein unverkennbarer Bestandteil der Ikebana-Geschichte. Der Kenzan hilft uns, die Pflanzen nach unseren Wünschen zu befestigen und ermöglichte neue Designs wie den Moribana-Stil. Es ist eine der beliebtesten Formen des Ikebana, bei dem die Blumen in einer flachen Schale arrangiert werden. Dabei stecken wir die Stängel der Pflanzen möglichst tief in die Nadeln des Kenzan, um ihr Gleichgewicht zu halten.

So integrieren Sie die Philosophie des Ikebana in Ihr Zuhause

Ikebana inspiriert uns, einzelne Blüten in Szene zu setzen und unsere Blumenarrangements zu überdenken. Belassen sie die Blätter an ihren Blumen, betonen Sie ihre einzigartigen Eigenschaften und wählen Sie lieber weniger als mehr.

Ikebana-Vasen

Vasen und Schalen mit Trenneinsatz helfen uns, Pflanzen bedacht zu platzieren. Designer wie Jaime Hoyan ziehen direkte Inspiration aus der traditionellen Kunst. Seine Ikebana-Vase mit Messing-Lochplatte präsentiert nicht nur die Blüte einer Pflanze, sondern die ganze Blume mit Stengel und Blättern.

Sabrina - Homestory Schlafzimmer - Ikebana Vase mit Blumen von Fritz Hansen

Ikebana Vase von Fritz Hansen
Ikebana Vase H 130 mm von Fritz Hansen
Die Vitra - Nuage céramique, M Vase in weiß
Blumenvase H 13,5 cm von Bjørn Wiinblad
Omaggio Vase H 200 von Kähler Design in Schwarz
 
 

Ikebana-Schale

Neben einer traditionellen Ikebana-Schale eignen sich auch Deko- sowie Obstschalen zum Arrangieren von Blumen. Wenn Sie ein Kenzan benutzen, achten Sie darauf, dass das Wasser den Blumenigel komplett bedeckt.

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Beim Ikebana geht es nicht nur um die Kunst des Blumenarrangierens, sondern auch um Meditation und Selbstfindung. Nehmen Sie sich die Zeit und arrangieren Sie einzelne Blumen bewusst, als Akzente und mit viel Freiraum. Wir wünschen Ihnen viel Freude!

Beitrag vom 29.04.2019, von Christina Funkenberg

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